Der RSV 873 e.V. Waren So fing alles an. . . Den größten deutschen Binnensee, die Müritz, vor der Haustür und die Übernahme eines Kutters ZK10 samt Ausrüstung aus dem Bestand der Volksmarine, nahm am 16.01.1992 eine kleine Gruppe wassersportbegeisterter Angehöriger der Bundeswehr aus Ost und West des Verteidigungskreiskommandos 873 Waren (ehemals Wehrkreiskommando) zum Anlass, um über den Vorschlag eines „Mariners,“ einen Wassersportverein zu gründen, zu diskutieren. Die Zielsetzung war zunächst, den Kutter im Rahmen des Dienstsportes zur Ruderausbildung, aber auch zum Freizeitsegeln zu nutzen. Nach erfolgreicher Gründung mit 15 Mitgliedern erfolgte dank des Engagements und tollen Einsatzes einiger Seesportfreunde am 11.03.1992 die Eintragung in das Vereinsregister unter der lfd. Nummer 154 beim Amtsgericht Waren. Kann der Verein auch nicht, wie so viele Andere, auf eine lange Tradition zurückblicken, so ist man doch ein klein wenig stolz darauf, ein „Verein der ersten Stunde“ zu sein, der mit der Gründung einen Beitrag für die Zusammenführung der Menschen aus den alten und neuen Ländern leistete. Bis heute wird trotz hoher Fluktuation an dieser Gemeinschaft festgehalten. Schon bald änderten sich die Vereinsaktivitäten um den Kutter „Tölpel“. Die Aufnahme in den Landessportbund „MV“, Gelegenheitssponsoren aus den eigenen Reihen, kontinuierliche, vielfältige Arbeit und Initiativen des Vorstandes, das Engagement einiger Mitglieder und eine gute materielle Basis sicherten den Bestand des Vereins. Der Schwerpunkt lag nun auf der Förderung des Seesports und der damit verbundenen Freizeitgestaltung, auf Segelausbildung und praktischer Seemannschaft. Vermehrt genutzt wurde der „Tölpel“, um Jugendliche für den Segelsport zu begeistern, von größeren Mannschaften, um sportlich zu segeln, oder nur aus Spaß und Geselligkeit. Anfänglich war der Liegeplatz des Kutters der Hafen der Wasserschutzpolizei neben den Dienstbooten. Da die Erlaubnis nur vorübergehend galt, wurde nach einer festen Bleibe für den Kutter gesucht – mit Erfolg. Mit der Genehmigung, in der Marina eines Segelvereins festmachen zu dürfen, verpflichteten sich die 873iger zur Vereinsarbeit. Viele Wochen verbrachten die Mitglieder mit der Erneuerung eines Steges und dem Bau einer neuen Steganlage. Der Hafenmeister sagte dafür kostenloses Liegerecht zu. Leider hatten die Vorstandsoberen dazu eine andere Meinung, und erhoben weiter Gebühren. Dem Verein wurde die Ehre zuteil, mit hochrangigen Gästen zu segeln; mit Kommandeuren umliegender Dienststellen der Bundeswehr, mit höheren Offizieren, der noch in Deutschland stationierten GUS-Streitkräfte, oder dem Befehlshaber eines Wehrbereiches, einem Generalmajor. Einen Müritztörn nutzte ein Admiral, um auf dem Kutter einen Korvettenkapitän zu befördern. Auch der V ereinsvorsitzende bekam „auf See“ vom Kommandeur, der noch heute Mitglied ist, den nächsten Dienstgrad. Im April 1994 wird der auf 27 Mitglieder angewachsene Verein gemeinnützig. Die Dienststelle, in der die Gründung erfolgte, wurde Ende 94 aufgelöst. Von personellen Veränderungen waren auch Vorstands- und andere engagierte Mitglieder betroffen. Vereinsaustritte waren die Folge. Verkraftet werden musste auch ein Einbruch in der Bootshalle und Diebstahl sämtlichen Eigentums, wie Schlauchboot, Bootsriemen, Tauwerk, Segelbekleidung und alle Werkzeuge und Maschinen. Dass der Verein trotz der Rückschläge weiter existieren konnte, verdankt er dem Idealismus und der Unterstützung seiner verbliebenen 13 treuen Vereinsangehörigen. Sponsoren brachten sich ein und der Sportbund half bei Neuanschaffungen. Das Vereinsleben beschränkte sich in den Folgejahren wegen der zum Teil bis zu 500 km weiten Anfahrt und der Kosten vor Ort auf das Ansegeln an Himmelfahrt. Um die Kosten des Liegeplatzes zu sparen, nahm man die Vercharterung des Kutters durch den Betreiber in Kauf. Ärgerlich, wenn dieser am Tag der Eigennutzung vermietet war, oder verdreckt, mit fehlender, bzw. defekter Ausrüstung vorgefunden wurde. Nach einem erneuten Wechsel des Liegeplatzes mit ähnlichen Verhältnissen, trennte sich der Verein mit einem lachenden und einem weinenden Auge von der Müritz und verlegte am 03.10.2006 den Kutter nach Bitterfeld - von der Müritz an die Goitzsche.